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Herzbeutelentzündung (Perikarditis)

Bei der Perikarditis entzündet sich der Herzbeutel. Das führt oft zu starken Brustschmerzen. Meist klingt die Erkrankung nach ein bis zwei Wochen ab


Lebenswichtiges Organ: das menschliche Herz

Was ist eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis)?
 
Der Herzbeutel umgibt mit einer äußeren und einer inneren Schicht, die dem Herzmuskel direkt aufliegt, das gesamte Herz. Entzündet sich der Herzbeutel akut, verursacht dies starke Brustschmerzen, die typischerweise atem – und lageabhängig auftreten.

Die Schmerzen kommen zustande, da die entzündeten äußeren und inneren Herzbeutelblätter aufeinander reiben. Mediziner sprechen deshalb auch von trockener, fibrinöser Perikarditis.

Unabhängig von der Ursache kann sich bei jeder Herzbeutelentzündung ein kleiner Erguss bilden (feuchte oder exudative Form der Perikarditis). Dabei tritt zuviel Gewebsflüssigkeit zwischen die beiden Schichten des Herzbeutels auf. Selten gibt es Patienten, bei denen sich ein großer Erguss unbemerkt und ohne Symptome entwickelt.


Meist treten jedoch Beschwerden auf. Ist die Herzfunktion durch den Erguss stark beeinträchtigt, bezeichnen Mediziner diesen Zustand als Perikardtamponade. In diesem Fall wird eine Punktion des Herzbeutels notwendig. Der Arzt entnimmt dabei mit einer speziellen Nadel die Gewebsflüssigkeit.

Selten kann in Folge einer Herzbeutelentzündung eine bindegewebige Verhärtung entstehen oder der Herzbeutel verkalken (konstriktive Perikarditis).


Die Ursache einer Herzbeutelentzündung bleibt häufig ungeklärt (idiopathisch), wobei Experten bei 80 bis 90 Prozent der Betroffenen eine Virusinfektion als Auslöser vermuten. Darüber hinaus kommt jedoch eine Vielzahl von Erkrankungen als Ursache in Betracht.

Die akute idiopathische Perikarditis heilt bei 70 bis 90 Prozent der Patienten von selbst aus, ohne dass Komplikationen oder Rückfälle (Rezidive) auftreten. Selten greift die Entzündung auf den Herzmuskel über (Perimyokarditis). Bei etwa 15 bis 30 Prozent der Patienten kann es passieren, dass die Beschwerden einige Wochen nach Abheilen der Herzbeutelentzündung wieder aufflackern (Perikarditisrezidiv).

Wichtig für die Diagnose sind die bei einer Herzbeutelentzündung typischen Befunde im Elektrokardiogramm (EKG) und Echokardiogramm sowie spezielle Labortests.

Die Therapie der akuten idiopathischen Perikarditis dient in erster Linie der Schmerzlinderung. Das geschieht mit sogenannten nichtsteroidalen, entzündungshemmenden Medikamenten (NSAID) – zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac. Eventuell kommen auch Kortison oder Colchicin zum Einsatz. Ist der Auslöser der Herzbeutelentzündung bekannt, richtet sich die Behandlung spezifisch darauf aus. Ein größerer Perikarderguss bedarf aus therapeutischen, aber auch aus diagnostischen Gründen einer Punktion.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 02.09.2010
Bildnachweis: Fotolia/Sebastian Kaulitzki/2010

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