unvollkommene oder fehlende Ausbildung oder Rückbildung der Geschlechtsmerkmale infolge einer fehlenden oder unzureichenden Produktion von Geschlechtshormonen in den Keimdrüsen (Gonaden).
Ursache: Der Hypogonadismus kann angeboren oder erworben sein. Unterschieden werden der primäre Hypogonadismus, bei dem die Keimdrüse selbst geschädigt ist, und der sekundäre Hypogonadismus, bei dem infolge einer Schädigung der keimdrüsenstimulierenden Hypophyse nicht oder nicht ausreichend Geschlechtshormone produziert werden. Eine Messung der keimdrüsenstimulierenden Hormone im Blut erlaubt die Zuordnung zu einer der beiden Formen.
Befund: Ein Hypogonadismus äußert sich vor der Pubertät oder beim angeborenen Hypogonadismus als Ausbleiben oder Verzögerung des Pubertätseintritts, bei Mädchen durch Ausbleiben der Monatsblutung. Bei späterer Schädigung können sich primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale zurückbilden und sexuelle Störungen wie Impotenz und fehlende Libido sowie der Fruchtbarkeit einstellen.
Behandlung: Die fehlenden Geschlechtshormone werden medikamentös ersetzt. Diese Therapie kann die Sexualfunktion wiederherstellen, verleiht jedoch insbesondere beim primären Hypogonadismus keine Empfängnis- bzw. Zeugungsfähigkeit.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 02.04.2012
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