chronische Krankheit, bei der es durch eine gesteigerte Eisenaufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt zur Eisenablagerung in Organen kommt. Betroffen sind v. a. Männer über 40 Jahre. Hämochromatose und Hämosiderose werden unter dem Begriff der Eisenspeicherkrankheiten zusammengefasst.
Ursache: Es handelt sich wahrscheinlich um eine autososmal-rezessiv vererbte Stoffwechselstörung.
Befund: Die Symptome sind durch die Einlagerung des überschüssigen Eisens in den Geweben bedingt. Häufig kommt es zu einer Milzvergrößerung, zur Vernarbung der Bauchspeicheldrüse mit einem schwer einstellbaren Diabetes mellitus und zu einer dunklen Hautpigmentierung (Bronzediabetes). Später wird die Leber bindegewebig umgebaut (Leberzirrhose) und es treten Schädigungen des Herzmuskels und Gelenkschmerzen auf. Im Blut finden sich stark erhöhte Konzentrationen von Eisen und dessen Speicherstoffen.
Behandlung: Die einzig wirksame Therapie besteht in der Entfernung des Eisens durch regelmäßige Aderlässe (ca. alle 1–2 Monate). Setzt diese Behandlung früh genug ein, ist die Prognose gut. Familienangehörige von Erkrankten sollten auf das Vorliegen einer Hämochromatose untersucht werden, damit durch rechtzeitige Behandlung Komplikationen vermieden werden können. Eine neue Studie lässt vermuten, dass das regelmäßige Trinken schwarzen Tees die Eisenaufnahme im Magen-Darm-Trakt hemmen und damit evtl. die Zahl der erforderlichen Aderlässe senken kann.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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